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Traurig
und mit einem unguten Gefühl sah Greta dem Auto hinterher,
in dem zwei glückliche Menschen und eine unglücklich
aussehende kleine Yorkiehündin davon fuhren. Die 3 hatten
noch einen weiten Weg vom Rheinland bis nach Bayern vor sich.
Eigentlich hatte Greta, die eine Yorkiezucht besaß,
die kleine "Shari" behalten wollen. Aber es hatte
sich herausgestellt, dass sie für die Zucht zu klein
blieb. So hatte sie schweren Herzens beschlossen "Shari"
diesem netten Ehepaar anzuvertrauen, dass so einen weiten
Weg auf sich genommen hatte. Die Beiden waren auch sehr nett
und hatten sich geduldig alle Ratschläge und Anweisungen
angehört. Besonders hatte Greta ihnen ans Herz gelegt,
"Shari" vorerst nicht von der Leine zu lassen, denn
die Kleine war mittlerweile schon 9 Monate alt und sie hörte
nur auf Greta, ihr Frauchen. Das Ehepaar hatte versprochen
alles zu befolgen. Um die Traurigkeit zu verscheuchen machte
Greta sich daran, wie jeden Tag ihre anderen Hunde zu versorgen
und zu pflegen. -----
Etwa 6 Stunden später klingelte das Telefon. Greta meldete
sich und wurde kreidebleich. "Shari's" neues Herrchen
berichtete hektisch und aufgeregt, daß die Kleine kurz
vor Nürnberg auf einem Rastplatz "Pippi" machen
sollte. Da dies mit Leine nicht klappte, hatte er sie los
gemacht und unverhofft war "Shari" weggerannt und
im Wald neben der Autobahn verschwunden war. Mehr, als eine
Stunde hatte er erfolglos nach "Shari" gesucht.
Greta wurde es ganz schlecht. Es war Anfang Dezember und bitter
kalt. Sie wußte, dass kaum eine Chance bestand "Shari"
wieder zu finden. Aber sie wollte - sie mußte es versuchen.
Glücklicherweise war ihre Schwester zu Besuch, die auf
die anderen Hunde aufpassen konnte. Schnell packte Greta ein
paar warme Sachen, Decken, Proviant, Wasserflasche und Hundefutter
zusammen, stieg in ihr altes Auto und fuhr los, so schnell
sie konnte. Unterwegs brach sie immer wieder in Tränen
aus und machte sich die größten Vorwürfe,
dass sie "Shari" verkauft hatte. Spät in der
Nacht kam sie an dem Rasthof an, doch das Ehepaar war nicht
mehr da. Greta war enttäuscht und versuchte, die Leute
telefonisch zu Hause zu erreichen, was ihr auch gelang. Der
Mann sagte ihr, er habe es als unsinnig angesehen, in der
Dunkelheit zu suchen, deshalb sei er nach Hause gefahren.
Morgen müsse er wieder arbeiten - und überhaupt,
ob er denn das Geld, dass er für "Shari" bezahlt
hätte zurück haben könnte. Empört und
fassungslos legte Greta auf. Weinend, betend, kaffeetrinkend
und hoffend ihr kleiner Hund möge die kalte Winternacht
überleben, verbrachte sie die Zeit bis zum Morgengrauen
im Rasthof. Dann holte sie Wasser, Futter und eine Decke aus
dem Auto und ging los. Pausenlos rief und suchte sie nach
ihrer "Shari". Mehrmals hatte sie das Gefühl,
ganz in ihrer Nähe zu sein. Einmal traf sie Spaziergänger
und fragte sie nach "Shari". Sie erzählten,
sie hätten ein kleines Tier, das sie für eine Katze
gehalten hatten, gesehen. Sie waren bereit, Greta den Platz
zu zeigen und führten sie zu einem kleinen, zugefrorenen
Weiher. Hier war Greta noch nicht gewesen. Sie sucht intensiv
die ganze Umgebung ab. Wieder ohne Erfolg. Verzweifelt setzte
sie sich auf einen Baumstumpf. Es war bereits Nachmittag.
Wenn Greta vor der Dunkelheit wieder am Rastplatz sein wollte,
musste sie die Suche jetzt abbrechen. Blind vor Tränen
machte sie sich auf den Weg, und vergaß die Decke, die
sie die ganze Zeit mit sich herum- getragen hatte. Als sie
etwa eine Viertelstunde gegangen war, bemerkte sie den Verlust.
Sie überlegte, ob sie zurück laufen sollte, um die
Decke zu holen. Schließlich tat sie es. Als sie wieder
an dem Weiher ankam traute sie ihren Augen nicht. Da lag die
Decke und darin eingekuschelt lag "Shari", friedlich,
mit geschlossenen Augen, als würde sie schlafen. Greta
nahm sie in die Arme und "Shari's" Köpfchen
fiel leblos zurück. Sie hatte es noch bis zu der Decke,
die nach Frauchen roch geschafft, sich hineingekuschelt und
war dann entkräftet und unterkühlt, für immer
eingeschlafen. Greta nahm die Kleine mit nach Hause und begrub
sie. Es dauerte lange, bis sie dieses Erlebnis verarbeitet
hatte. Von "Shari's" Käufern hat sie nie wieder
etwas gehört.
MaBu
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